Klimakiller Killerzins

Über die "grüne" Partei anno 2004 Worte zu verlieren ist eigentlich vertane Zeit. Die ehemaligen Umweltschützer sind zu einem Witz geworden, einem Witz ohne Rückgrat. Sie gehören inzwischen selbst zu den größten Klimakillern dieser Welt, da sie alle Vorgaben der Industrie in vorauseilendem Gehorsam abnicken. Eine Schande für alle, denen die Umwelt und damit das eigene Leben wirklich wichtig ist.

Doch auch Menschen, denen die Umwelt wirklich am Herzen liegt, muß man einen Vorwurf machen: Denn sie versuchen nicht, die Logik des Systems zu verstehen, welches unsere Umwelt vernichtet. Diese Logik findet man im Wirtschaftssystem, denn die Wirtschaft ist es, die Wälder rodet, mit Abgasen die Luft verpestet, riesige Müllhalden fabriziert und den Planeten in einen riesigen, betonierten Parkplatz verwandelt. In der Wirtschaft wiederum ist es das Geldsystem, welches einen massiven Einfluß auf die zerstörerische Wirkung der Wirtschaft hat. Aus dem Geldsystem entspringt der Zins. Dieses unscheinbare Stückchen Zins soll verantwortlich sein für die Umweltzerstörung? Nun, natürlich benötigt dieser Zins die Menschen, die das Werk verrichten, aber er ist der Motor, der sie antreibt:

Jeder Investor hat immer 2 Möglichkeiten: Er kann sein Geld investieren oder es zur Bank bringen. Er investiert es nur dann, wenn die Investition mindestens soviel abwirft, wie er Zinsen auf der Bank bekommt. Wirft die Investition weniger als den Bankzins ab, so findet sie nicht statt und die Kohle landet stattdessen für Zinsen auf der Bank. Investitionen in die Umwelt, wie Aufforstungen von Wäldern, Installation von Solarenergie, Entwicklung umweltschonender Produktionstechniken usw. müssen sich ebenso an diesem Kriterium messen lassen - so lange sie keine Rendite, also keinen Zins abwerfen, finden sie schlicht nicht statt. Erst bei einem Zinssatz von 0% würden viele umweltschonende Investitionen überhaupt erst möglich - so lange plündern wir unseren kleinen blauen Planeten, bis er kahl und öde wie der Mars ist.

Eben dieser Zins ist es, der dafür sorgt, daß es aus finanzieller Sicht sinnvoller ist, einen Wald sofort und heute abzuholzen. Denn je schneller man das Holz schlägt und verkauft, umso eher kann man die Einnahmen gegen Zinsen zur Bank bringen, wo sie sich scheinbar von ganz alleine vermehren. Würde man mit dem Abholzen bis morgen warten, so würde man sich Zinsgewinne entgehen lassen - aus wirtschaftlicher Sicht also ziemlich dumm. Je höher der Zins ist, umso lohnender ist es, Umwelt kaputtzumachen und zu verkaufen um Zinsen zu erzielen. Erst bei einem Zins von 0% würde es sinnvoll sein, den Wald erst dann zu schlagen, wenn er wirklich gebraucht wird.

Unsere Wirtschaft ist längst keine Wirtschaft mehr, die auf die Bedürfnisse der Menschen reagiert. Wenn es danach ginge, würden wir mehr Lehrer einstellen oder auch mehr Bäume pflanzen statt zu schlagen. Unsere Wirtschaft ist nur noch auf einen einzigen Parameter optimiert: Rendite! Jedes Wirtschaften muß Rendite, also Zinsen auf das eingesetzte Kapital abwerfen. Wenn es das nicht tut, so wird das Geschäft verkauft und das Geld zur Bank gebracht. So einfach funktioniert der Kapitalismus. Alles, was Zinsen/Rendite bringt, wird gemacht, egal ob es sinnvoll ist, oder nicht. Das führt so weit, daß von der Pharmaindustrie Krankheiten erfunden werden, damit man den Leuten mehr Medikamente verkaufen kann. Je mehr Medikamente man verkauft, umso mehr Einnahmen hat man, umso besser also die erzielte Rendite. Man stellt also Dinge her, die niemand braucht, man optimiert das gesamte Wirtschaftssystem so, daß es möglichst hohe Kapitalrenditen (Zinsen!!) erzielt - und tut dies gern auf Kosten der Vernunft und auf Kosten der Gesundheit. Doch wenn man dieses Konzept konsequent anwendet - und dies wird in der Wirtschaft getan, man redet nur nicht gern darüber - so bedeutet dies, daß Produkte so hergestellt werden, daß sie möglichst kurz funktionieren. Denn je kürzer Produkte funktionstüchtig sind, umso schneller kommen die Kunden wieder. Natürlich muß hier eine Balance gefunden werden: Halten die Produkte zu kurz, kommt der Kunde gar nicht wieder. Das wär dumm. Deshalb muß die Haltbarkeit genau so lang sein, daß der Kunde keinen Verdacht schöpft, aber genau so kurz, daß er möglichst oft ein neues Produkt kaufen kann. Da alle Konzerne so denken und handeln fällt den Kunden gar nicht auf, daß sie beschissen werden. Obwohl die technische Entwicklung es erlauben würde, daß unsere Produkte viel länger halten, als dies im letzten Jahrhundert der Fall war, passiert genau das Gegenteil. Die Werbung redet den Kunden zudem ein, sie mögen immer wieder das Neueste, das Modernste haben. Dabei wird vergessen, daß jedes Produkt Ressourcen verbraucht. Metall, Plaste, Energie, Holz usw. - all das wird unnötig verbraucht, wenn Produkte immer schneller auf dem Markt landen. Und all diese Rohstoffe müssen aus der Erde gegraben oder abgebaut oder hergestellt werden und schädigen deshalb die Umwelt - und zwar massiv! Und warum ist unsere Wirtschaft so auf Rendite erpicht? Weil jede Investition sich mit dem Bankzins messen lassen muß. Wirft sie weniger ab als der Bankzins, so gefährden die Angestellten ihren eigenen Arbeitsplatz. Sie sind deshalb durch die Systemlogik des Zinses gezwungen, ihren Mitmenschen Drecksprodukte zu verkaufen - und die Spirale dreht sich immer schneller!

Wie jeder, der sich ein bißchen mit natürlichen Vorgängen befaßt hat weiß, muß alles, was in der Natur existieren will, ein Gleichgewicht mit seiner Umwelt herstellen. Dieses Gleichgewicht bringt das menschliche Wirtschaftssystem durcheinander, da es auf immer währendes Wachstum fixiert ist. Der Wachstumszwang kommt aus dem Zinssystem, denn Geld, welches gegen Zins/Rendite angelegt bzw. investiert ist, wird immer mehr. Wenn aber immer mehr Geld vorhanden ist, müssen auch immer mehr Waren erstellt werden, die diesem Geld gegenüberstehen. Würden die Waren nicht da sein, so hätte das Geld ja keinen Wert - denn Geld an sich ist nur Papier. Zinsen, welche Geld also immer weiter "wachsen" lassen zwingen auf diesem Wege die ganze Wirtschaft, immer weiter zu wachsen. Hört das Wachstum auf, kommt es zur Wirtschaftskrise - und das will niemand. Aber wie lange kann eine Wirtschaft wachsen? Spätestens, wenn der Planet mit einer Betonschicht überzogen ist, werden wir alle einen qualvollen Tod sterben. Viel früher, wenn der Klimawandel für steigende Meere und ein versunkendes Hamburg, für extreme Winde und hinweggefegte Hochhäuser, für Rekordtemperaturen und an Kreislaufkollaps sterbende Menschen und Tiere, für Sommer-Temperaturen im Winter und Wüsten-Temperaturen im Sommer, für ausgetrocknete Felder und sterbende Fischbestände und deshalb hungernde Menschen gesorgt hat, werden die Menschen erwachen. Aber auch dann kann es bereits zu spät sein.

Menschen, die die Natur lieben, sollten deshalb langsam aufwachen und sich mit den wirtschaftlichen Hintergründen des Irrsinns befassen! Menschen, die nur an sich denken, sollten dies ebenso tun: Denn wenn die Natur stirbt, werden sie mitsterben - denn sie sind auch nur Natur und hemmungslos abhängig von dieser. Ein Mittel gegen diese Wachstumspest ist längst gefunden, ein Geld, welches frei von Zinsen funktioniert. Dieses "Freigeld" wird nicht nur der Umwelt helfen, es wird auch weitere Fehler in unserem Wirtschaftssystem lösen. Oder hälst du es, lieber Leser, etwa für "natürlich", daß Millionen Menschen arbeitslos zuhause sitzen, während doch offenbar so viel zu tun ist…!?

Wenn da nicht ein Fehler im System steckt…..


22.02.2004 - ylt